Schutzschirm-Insolvenz bei sozialen Trägern in Frankfurt: „Die Bücher im Trockenen, die Arbeitnehmer*innen im Regen?“

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Veranstaltung am 26.06.2017, 20 Uhr, im Club Voltaire

Neckermann, Frankfurter Rundschau, FSV – Frankfurter „Größen“, deren Insolvenz bundesweite Schlagzeilen machte. Auch in der Sozialen Arbeit mehren sich die Verfahren. Die Lehrerkooperative meldete 2011 Insolvenz an und wurde vom Arbeiter Samariter Bund (ASB) übernommen. Der Club Behinderter und ihrer Freunde (CeBeeF) meldete 2016 ein sogenanntes Schutzschirmverfahren an, die CeBeeF Fahrdienst gGmbH bereits 2015. Alle sind freie Träger für soziale Arbeit in unserer Stadt, die durch Steuergelder refinanziert werden.

Zu befürchten ist, dass das Verfahren der Schutzschirminsolvenz, als relativ neues juristisches Mittel, auch bei anderen freien Trägern der sozialen Arbeit angewandt wird, als legale Möglichkeit zum Schuldenschnitt zu Lasten der Arbeitnehmer*innen, die es den Geschäftsführungen erlaubt, weiter zu (miss-)wirtschaften. Sind wieder einmal die Arbeitnehmer*innen die Leidtragenden? Müssen sie für weniger Lohn mehr arbeiten, weiter Überstunden leisten, bleiben hart erkämpfte Tarifverträge auf der Strecke? Wo ist die Stadt mit der zugesicherten tariftreuen Refinanzierung unserer Arbeit? Bleiben bei der Schutzschirm-Insolvenz die Arbeitnehmer*innen im Regen stehen, während die Geschäftsführung mit den Büchern im Trockenen sitzt?

Für Arbeitnehmer*innen bei den freien Trägern der Sozialen Arbeit stellen sich eine Menge Fragen zu deren Diskussion das Frankfurter Netzwerk der Sozialen Arbeit einlädt. Gäste sind Hermann Oberhofer (IG Metall) und Kolleg*innen aus dem CeBeeF.